<h1>Verbraucherrechte für Stromkunden</h1>
 

Wenn der Gang zum Briefkasten keinen Spaß mehr macht, weil der Stromanbieter schon wieder eine Erhöhung vorgenommen hat, müssen Kunden das nicht einfach so hinnehmen. Es gibt viele Alternativen und der Wechsel ist leichter, als man denkt.

Steigende Strompreise sind ein Problem. Das eigene Einkommen steht in keiner Relation zu den Preisen, die Anbieter für eine Grundversorgung mit Strom verlangen. Die Stromanbieter begründen die gestiegenen Kosten mit der Erhöhung der sogenannten EEG-Umlage im Bereich Ökostrom sowie höheren Kosten für die Stromnetz-Nutzung.

Eine gute Nachricht ist, dass der Kunde bei einer Preisänderung kündigen darf. Stromanbieter, die ihre Preise zum Beispiel ab dem ersten Januar erhöhen wollen, haben die Pflicht, ihre Kunden darüber bis zum 20. November, also sechs Wochen vor der offiziellen Änderung, zu informieren.

Die Fristen und Bedingungen finden sich in Paragraph fünf, Artikel zwei der Stromgrundversorgungsverordnung des Bundesministeriums für Justiz. Dort steht auch geschrieben, dass die Änderung in brieflicher Form erfolgen muss. Darüber hinaus muss der Grundversorger die Änderungen auch auf seiner Homepage veröffentlichen. Sind die Strompreise für Ihre Region gestiegen und der Anbieter hat darüber nicht fristgerecht informiert, gilt die Änderung nicht.

Im Falle einer Preisänderung darf man sofort kündigen

Im Falle einer eintretenden Preisänderung ist es das Recht des Kunden den Vertrag sofort -ohne dass er eine Kündigungsfrist einhalten muss- zu kündigen. Innerhalb eines Monats muss der Kunde, der seinen Vertrag gekündigt hat, auch einen Vertragsschluss mit einem anderen Grundversorger nachweisen können. Dies besagt der Artikel 3 des oben genannten Gesetzes. Kunden, die einen Grundversorgungs-Tarif abgeschlossen haben, können übrigens jederzeit, mit einer zweiwöchigen Frist kündigen.

Der Sonderfall – auch der Sonderkunde hat Rechte

Auch sogenannte „Sonderkunden“ haben das Recht zu kündigen, wenn der Grundversorger die Preise erhöht hat. Sonderkunden sind solche, die bei ihrem Anbieter einen speziellen Tarif abgeschlossen haben. Zwar sind in ihren Verträgen Klauseln enthalten, die das Recht der Kündigung ausschließen, jedoch sind solche Vereinbarungen laut der Verbraucherzentrale NRW unwirksam. Verbraucher, die eine solche Klausel in ihrem Vertrag vereinbart haben, sollten dennoch so schnell wie möglich kündigen und sich einen alternativen Stromanbieter suchen. Die Sonderkunden müssen allerdings davon ausgehen, dass der Grundversorger sich auf diese Klausel im Vertrag beruft und die Kündigung nicht anerkennen will. Die Schlichtungsstelle Energie vermittelt in diesem Fall kostenlos zwischen beiden Parteien. Auch die Verbraucherzentrale bietet kompetente Hilfe. Klagen sollte allerdings nur der, der eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat.  Wer seinen Anbieter trotz gestiegener Preise nicht wechseln möchte, kann gegen diese Preise auch Einspruch erheben. Für Kündigungen und auch für Einsprüche bietet die Verbraucherzentrale hilfreiche Vordrucke an.

Bild: Ruben G.S./ sxc.hu

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